„Die klare VdBLinie”

Die Präsidentenwahl wurde zwar vertagt,
doch irgendwann ist unser Kreuzerl
g’fragt.

Die Medien trommeln: Ihr dürft nur einen
wählen, nämlich den Herrn Van der Bellen.

Weil er nämlich eine klare Linie hat
und außerdem so einen netten Bart.

Ich hab mir die Linie angesehen, und mir
blieb der Schnabel offen stehen.

Erst war er rot, dann war er grün, jetzt
sieht man ihn farblos durch die Lande
zieh’n.

„Unabhängig“ soll er sein, vielleicht
glaubt’s ihm ja ein Großmütterlein!

„Heimat im Herzen, Scheiße im Hirn“ –
sah man die grüne Jugend einst plakatier’n.

Van der Bellen grinste und blieb ganz
still – und plötzlich liebt er auch „Heimat
ganz viel“.

„Wir sind eine Ausländerpartei, na und?“
tat der Grüne einstens kund.

Für welches Land kandidiert er dann,
dieser ach so linientreue Mann?

TTIP fand er supertoll, weil es nur Gutes
für uns bringen soll.

Als er merkte, das kommt nicht so gut an,
paßte er seine Meinung eben an.

Auf Demokratie, oh, da hält er viel!
Allerdings nur, wenn sie dient seinem
Ziel.

Andere Mehrheiten will er nicht akzeptieren,
da könnte er ja am End’ verlieren!

Direkte Demokratie? Davon will er nichts
hören! Womöglich könnt’ das Volk die
elitären Pläne stören!

Denn wer die EU kritisiert, ist ganz böse,
das verkündet er auch gern mit Getöse.

Als Grüner bekämpfte er alle Waffen, nun
kann man ihn plötzlich als Jäger begaffen.

Wer weiß – wenn der Wahlkampf noch
länger rennt, erleben wir noch, daß er bei
Gaballier-Hymnen flennt …

So eine „klare Linie“, die hat was für sich.
Seine hat halt ein paar Zacken und ist
nicht nur ein Strich …

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